Wie viel Auslauf braucht ein Hund?

 

1. Gibt es Hunde die gar keinen Auslauf brauchen?

Nein, alle Hunde, auch die niedlichsten Schoßhündchen, sind von Haus aus Lauftiere. Sie sind für lange Erkundungsausflüge und schnelle Verfolgungsjagden ausgerüstet. Ein Hund der nicht gern läuft, ist krank.

 

2. Welche Rassen brauchen am wenigsten Auslauf?

Viel Auslauf brauchen  die "Haus-, Hof- und Wachhunde"; Pinscher, Schnauzer, Terrier, die doggenartigen vom Mops aufwärts und die Hirten- und Sennenhunde. Sehr viel Auslauf brauchen alle Schäferhunde, Jagdhunde, Schlitten- und Windhunde. Sonst werden sie krank oder machen sich bei Gelegenheit davon. Auch Pudel und Dackel sind  Jagdhunde!

 

3. Reicht die Bewegung in einem großen Garten?

Nur für Haus-, Hof- und Wachhunde. Dann sollte aber der Garten auch der Größe des Hundes angemessen sein, so dass er ungestört einen Kurzsprint ansetzen und gefahrlos "abbremsen" kann. Einen täglichen Spaziergang in die "weite Welt" brauchen diese Hunde trotzdem! Sonst werden sie Einsiedler.

 

4. Ist freies Laufen (ohne Leine) unerlässlich?    

Ja, nur freilaufend kann ein Hund seine Umwelt erkunden, kennen lernen und sich ohne Probleme einordnen. Aber Straßenverkehr und städtische Verordnungen machen das fast unmöglich. Hundehalter sollten sich eine lange Leine kaufen und bedenken: Brav bei Fuß geradeaus zu gehen ist keine artgerechte Bewegung für einen Hund.

 

5. Wie oft am Tag ist "Gassi-Gehen"  nötig?

Mindestens 4x täglich: Insgesamt mindestens zwei Stunden. Auch wenn es draußen ungemütlich ist oder man selbst überhaupt keine Lust hat!

 

6. Schadet tägliche Bewegung neben dem Fahrrad?

Sie schadet nicht, wenn man die Geschwindigkeit auf den Hund abstimmt und ihn dabei möglichst viel frei laufen lässt. Dieses ist häufig die einzige Art, großen, bewegungsfreudigen Hunden den Auslauf zu bieten, den sie brauchen. Wichtig: der Radfahrer sollte ein Profi sein und der Hund durchtrainiert und gehorsam. Hunde wie Dackel und Bernhardiner gehören nicht ans Fahrrad.

    

7. Kann man eine Hund auch überanstrengen?

Ja, sehr leicht. Junge Hunde fühlen sich meist stabiler und kräftiger als sie sind, ältere sind häufig zu nett zum Protestieren. Zu jeder sportlichen Leistung gehört auch ein ausgewachsener, gesunder Körper, viel Übung und die richtige Motivation. Von jungen Hunden, alten Hunden, Hunden mit vollem Magen und von Hunden, die das nicht durch tägliches Training gewöhnt sind, sollte man nie sportliche Leistungen verlangen.

 

8. Soll auch ein Hund an heißen Tagen "kürzer treten"?

Ja, Hunde können nur über ihre Zunge "Schwitzen" und sich Abkühlung verschaffen. Sie sind an Hitze viel weniger anpassungsfähig als an Kälte. Je kürzer die Schnauze, desto hitzeempfindlicher ist der Hund.

 

9. Muss jeder Hund täglich "toben"?

Jeder Hund braucht eine tägliche "Tobestunde", auch wenn die nur 10 Minuten ist.

 

10. Sollte man die Spaziergang-Routen öfter ändern?

Spazieren gehen ist für Hunde wie "Zeitung lesen". Aber Hunde lesen nicht nur, sie schreiben auch tägliche "Leserbriefe". Und dann wollen sie wissen, was auf ihre "Botschaft" für Antworten gekommen sind. Man sollte die Routen nicht ständig ändern.

 

11. Sollte jeder Hund schwimmen?

Jeder Hund kann - zur Not - schwimmen. Er muss das nicht lernen. Aber nicht jeder Hund mag Wasser. Einen "wasserscheuen" Hund ins ungeliebte Nass treiben oder gar zu werfen (!), ist  TIERQUÄLEREI!

 

12. Wo sollte man mit Hunden spazieren gehen?

Überall dort, wo ein Hund noch in dem ihm angeborenen Zick-Zack-Trab und in Ruhe seine Umwelt erkunden kann. Hunde haben ein viel empfindlicheres Sinnessystem als Menschen. Sie leiden deshalb unter Reizüberflutung auch viel mehr und schalten ihre Wahrnehmungsfunktionen dann ganz ab. Meiden Sie - Ihrem Hund zuliebe - die lauten Innenstädte, die Skateboardfahrer, die hastigen Menschen. Ein reizüberfluteter Hund kann nichts mehr wahrnehmen, unter Umständen auch kein lebensrettendes HALT- Kommando.

 

Quelle: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. Süderstr. 399, 20537 Hamburg, Tel. 211 10 60