Diégo
vom Palmblick
Diégo wurde am 23.12.1998 geboren und sollte, nachdem die
Züchterin ihn nicht
vermitteln konnte, eingeschläfert werden.
Sie fragte in der Tierarztpraxis, in der ich arbeite, ob wir das machen würden. Das wollten wir natürlich nicht!
Aber eigentlich hatten wir alle nicht die Möglichkeit, einen
Hund aufzunehmen. Nach langer Diskussion und großem schlechten Gewissen einem
Hund gegenüber, den ich nie gesehen hatte, entschied ich mich einen Tag später, den 11 Wochen
alten Welpen entgegen aller Warnungen und Hindernisse zu mir zu nehmen. Die
Züchterin war in der Praxis aber unbekannt und hatte auch keinen Namen oder
ihre Rufnummer hinterlassen. So suchte ich also das Hamburger Telefonbuch nach
einer Frau "Klippholt oder so ähnlich" (O-Ton meiner Arbeitskollegin)
aus Volksdorf durch. Der Dalmatinerverein war telefonisch auch nicht zu
erreichen, so rief ich alle in Frage kommenden Personen an. Und dann war da auf
einmal eine Weiterschaltung auf ein Handy: Frau Kipphardt nahm ab, und dies war die Dame,
die einen Tag zuvor in unserer
Praxis angerufen hatte! Ich erzählte ihr von
meinen bescheidenden Möglichkeiten, die eigentlich alle dagegen sprachen, dass
ich einem Hund ein zuhause geben konnte, und sie sagte nur: "Frau Firnhaber,
Sie müssen sich schnell entscheiden: wir sind gerade kurz vor der Klinik in
Lüneburg, die Diégo einschläfern würde!" Was blieb mir da für
eine Wahl?? Sie drehte natürlich sofort
um. So kam ich zu einem kleinen braungetupften Sonnenschein, obwohl ich
eigentlich immer eine Berger de Beauce Hündin haben wollte!
Diégo durfte tagsüber mit in die Praxis und dort unter dem Schreibtisch der Anmeldung mit mir zusammen arbeiten.
Damit er nicht immer zu den Patienten ins Wartezimmer lief, lernte er von Anfang an, kurz angebunden optimal schlafen zu können, ohne sich in der Leine zu verheddern.
Diégo lernt(e) rasend schnell, auf Handzeichen zu achten. Wir bemühten uns, grundloses Bellen (durch böses Erheben des Zeigefingers) zu unterbinden, da ich von einem tauben Dalmatiner gehört hatte, der sich das Bellen als Dauerbeschäftigung angewöhnt hatte.
Bei den täglichen Spaziergängen versteckten wir uns, wenn der kleine Naseweiß zu weit vor lief. So achtete er schnell darauf, sich immer nach uns umzuschauen und sich nicht zu weit zu entfernen.
Alles in allem ist Diégo so unkompliziert, dass ich bis
heute nie bereut habe, den Kleinen zu mir genommen zu haben!
Vielleicht war die Welpenerziehung ein wenig anstrengender, weil man immer zu ihm hingehen musste wenn er etwas tat, was er nicht sollte. Dafür hat sich diese Erstanstrengung sehr bezahlt gemacht, denn heute ist Diégo von unseren drei Hunden der am besten hörende!