Ratschläge zur Hundefütterung
Futtermenge Hautprobleme Zwischendurch Abwechslung Grundmodell Futter-Zusätze Fütterungszeiten Reihenfolge Fressen und Lernen Diät Hungertage?
Die optimale Fütterung für Ihren Hund kann Ihnen niemand genau sagen, das müssen Sie antesten. Was für den einen das Beste, führt beim anderen vielleicht zu Durchfall...
Haben Sie ein Futter gefunden, was Ihnen gefällt und Ihrem Hund offensichtlich gut bekommt, dann sollten Sie bei diesem bleiben, auch wenn Ihnen evtl. ein Hundefreund von einem anderen Produkt vorschwärmt.
Futtermenge
Die Futtermenge sollten Sie nach dem Aussehen Ihres
Hundes bemessen:
Er muss eine Taille haben, die Rippen sollten deutlich zu fühlen sein, aber
nicht hervorstehen.
Wiegen Sie Ihren Hund regelmäßig, damit Sie einen genauen Überblick über
sein Gewicht haben.
Nehmen Sie hierzu den Hund auf den Arm und wiegen Sie sich gemeinsam mit ihm,
dann wiegen Sie sich erneut, jedoch ohne den Hund und ziehen Ihr Gewicht vom
Gesamtgewicht ab (z.B. Sie + Hund = 80 Kg, Sie allein = 55 Kg, 80-55= 25, Ihr
Hund wiegt also 25 Kg).
Ist Ihr Hund zu schwer, um ihn zu heben, dann gehen Sie mit Ihm zu ihrem
Tierarzt, dort kann er selber auf der Hundewaage stehen und lernt nebenbei, dass
der Tierarztbesuch nicht immer mit Spritzen und unangenehmen Untersuchungen
zusammenhängen muss.
Übergewicht kann zu vielen Krankheiten führen, so zum Beispiel zu
Hüftproblemen, Diabetes, Herzkrankheiten, Leber- und/oder Nierenschäden usw.
Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen!
Hautprobleme
Stumpfes Fell, Schuppen, Haarausfall, Pickel, rote
Haut können einerseits durch Parasiten verursacht werden, andererseits aber
auch durch falsches Futter entstehen.
Lassen Sie am besten durch Ihren Tierarzt abklären, ob eine parasitäre
Infektion vorliegt. Ist dies nicht der Fall, dann probieren Sie es einmal mit
einer Futterumstellung.
Häppchen zwischendurch
Dies betrifft aber nicht nur das Hauptfutter, das Sie geben, sondern vor allem
auch die "Häppchen zwischendurch":
Reste vom Tisch, Leberwurstbrot, Kekse, Schokolade.... das sind alles wunderbare
Dinge, aber nicht für Ihren Hund!
Nehmen Sie am Besten ein gutes
Trockenfutter (wenn Sie Trockenfutter füttern, so nehmen Sie dieses), Stücke
vom Apfel oder Möhren und geben
das als Leckerlie zwischendurch. Auch dann, wenn Sie gerade Kekse essen! Die
Gesundheit Ihres Hundes wird es Ihnen danken.
Abwechslung
Ein wenig Abwechslung auf dem Speiseplan tut auch
der Hundeseele gut, ich gebe meinen Hunden deswegen immer Mal Kefir,
Buttermilch, Joghurt, Quark oder Karottensaft über das Futter. Das ist gesund
und schmeckt.
Fertigfutter
Möchten Sie Fertigfuttermittel aus dem Handel füttern, so rate ich
Ihnen, die Dosenfutter-Sorte (bei Verträglichkeit!) häufiger zu wechseln - nicht nur die Geschmacksrichtung,
sondern auch die Marke. Die Hunde lernen so nicht nur, ihren Verdauungsapparat
auf verschiedene Futtersorten einzustellen, sondern bekommen auch in jedem
Futter andere Nährstoffe, denn jeder Hersteller legt auf andere Zutaten wert.
So kann sich der Organismus des Hundes das für ihn wichtige heraus picken und
seine Reserven anreichern. Bekommt der Hund immer das gleiche, fehlt es evtl. an
einem entscheidenden Nährstoff oder er bekommt von etwas anderem zuviel.
B.A.R.F. - Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung
Seit 2003 habe ich meine Hunde auf BARFen umgestellt. Nachdem ich
viele verschiedene Futterarten durchprobiert hatte, war ich endlich bei einem
Futter (Solid Gold) angelangt, wo die Allergien von Diégo wenigstens halbwegs
Ruhe gaben. Jedoch immer noch nicht ganz. Auch haarte er unentwegt. Zudem
zeigten alle Hunde oft das "Rückwärtsniesen". Ich habe mich dann
über die Rohfütterung informiert und schließlich die Hunde darauf umgestellt.
Mit großartigem Erfolg!
Sie setzen deutlich weniger Kot ab, sind fit und gesund (Tierarzt, was ist
das?!). Diégo´s Allergien geben Ruhe, er haart jetzt normal im Fellwechsel und
sonst nicht. "Rückwärtsniesen" tun sie nicht mehr und Shanes
Hyperaktivität wurde auch besser, seit er kein Fertigfutter mehr erhält.
Die Umstellung ist für den Besitzer eine kleine Hürde, denn man muss sich zum
ersten Mal richtig Gedanken über die Ernährung des Hundes machen.
Die Fütterung selber macht nur unerheblich mehr Aufwand, das finde ich in
keiner Weise störend.
Wir kaufen im Futterhandel fertig gewolftes (zerkleinertes) Fleisch. Wir tauen
das Futter dann in der benötigten Menge auf und mischen dann noch zB
Haferflocken, Nudeln, Reis oder Kartoffeln darunter. Dann gibt es noch viele
Milchprodukte wie Quark, Hüttenkäse, Buttermilch, Kefir o.ä.
Zur Vitaminversorgung püriere ich Obst und Gemüse, das bekommen sie ca. 4x in
der Woche. Ab und an gibt es auch fleischlose Mahlzeiten.
Am Anfang habe ich mich streng an die Fütterungspläne gehalten, nun mache ich
es "frei Schnauze". Die Futtermittelindustrie gaukelt uns Käufern
vor, dass nur sie in der Lage ist, die Hunde Tag für Tag optimal mit allem zu
versorgen. Nur - warum sind wir Menschen dann noch nicht auf Fertigfutterdosen
umgestiegen, wenn das soviel besser ist? Warum werden immer mehr Tiere immer
früher schwer krank?
In der Natur findet der Hund auch nicht Tag für Tag alles, was er braucht.
Deswegen legt der Körper Reserven an. Je abwechslungsreicher die Kost, desto
besser ist der Organismus versorgt.
Ich würde meine Hunde nie wieder mit gutem Gewissen auf Fertigfutter umstellen
können, seit ich weiß, wie gut es ihnen mit dem BARFen geht!
Wer darüber mehr erfahren möchte, dem empfehle ich diese
Homepage. Sie finden dort viele hilfreiche Tipps, Informationen rund um die
Rohernährung und einen Wochenplan für die Fütterung.
Bei den Buchtipps finden Sie weiterführende
Literatur.
Nährstoff-Versorgung
Um die Versorgung meiner Hunde auch mit Vitaminen,
Nährstoffen, Enzymen, Fetten usw. zu gewährleisten, gebe ich im lockeren
Wechsel - besonders zu Zeiten des Fellwechsels -
Vitamintabletten VMP-Pfizer (vom Tierarzt),
Kanne Ferment Getreide (z.B. in Ökoläden),
Bierhefe (in Drogerien als Flocken und Tabletten)
Kieselerde (Ökoläden, Drogerien, Futterladen)
Diestelöl (im Lebensmittelgeschäft) oder EFA-Z (vom Tierarzt),
Kräuter-Hefe-Tabletten (von der Firma Grau, gibt es im Futterladen),
Hilton Coat & Skin (englisches Kräuterpräparat),
Fütterungszeiten
Ob Sie einmal oder zweimal am Tag füttern hängt ebenfalls von Ihrem
persönlichen Geschmack ab, ich gebe meinen Hunden zweimal täglich, dann ist
die Ration nicht so riesig (Magendrehung!) und die Hunde sind nicht so
ausgehungert...
Die Fütterungszeiten richten Sie bitte nicht nach dem
Hunger Ihres Hundes sondern nach Ihrem Zeitplan!
Wichtig ist, dass Sie die Regel 1. Bewegung
- 2. Fressen - 3. Schlafen
unbedingt beachten, denn gerade bei größeren Hunderassen kann es durch eine
falsche Bewegung nach dem Fressen zu einer lebensgefährlichen Magendrehung
kommen! Ihr Hund wird es bald als selbstverständlich betrachten, nach dem
Fressen ein Verdauungsschläfchen zu halten. Ich mache bei meinen Hunden ein
Minimum von einer Stunde "Zwangspause" nach dem Fressen.
Reihenfolge
Füttern Sie Ihren Hund am besten, bevor Sie essen. Dadurch ist Ihr
Hund auch satt und zufrieden und bettelt nicht soviel am Tisch. Außerdem soll
er ja nach dem Fressen brav im Korb liegen und schlafen! ;o)
Dominanzprobleme gibt es keine, wenn eine kleine Pause zwischen Ihrem Essen und
dem des Hundes liegt. Der Hund sieht es dann nicht als Verteilung einer großen
Beute, von der er als Leithund zuerst bekommen darf, an, sondern als zwei
verschiedene Mahlzeiten, und von Ihrer bekommt er nichts ab, weil er in der
Rangfolge unter Ihnen steht.
Fressen und Lernen
Lassen Sie Ihren Hund das Futter erarbeiten:
Nutzen Sie sein Verlangen nach dem Fressnapf, um etwas bereits gelerntes zu
verfestigen. Lassen Sie z.B. den Hund "Sitz" machen, bevor er das
Futter bekommt. Wenn er das beherrscht, üben Sie "Sitz und Bleib",
dann "Platz", "Platz und Bleib" usw. Auch "bei
Fuß" kann man toll üben, indem man den Fressnapf in der Hand trägt.
Der Hund ist durch das Futter bestens motiviert und wird sich sehr anstrengen,
zu Ihrer Zufriedenheit zu arbeiten, um so schnell wie Möglich an das Futter zu
kommen. Zögern Sie die Fütterung aber nicht zu lange heraus, der Hund wird
dann ungeduldig und das kann den Lernerfolg wieder eindämmen.
Diät
Hat Ihr Hund ein paar Kilo zuviel, so
können Sie ihn relativ "schmerzlos" abspecken lassen, indem Sie ab
und an eine Mahlzeit durch einen Kauknochen, einen Ochsenziemer, Luftröhren
oder Achillessehnen vom Rind ersetzen.
Durch das Kauen wird der Hund zufrieden und ruhig, er ist eine Weile
beschäftigt und pflegt ganz nebenbei auch seine Zähne. Ist Ihr Hund einmal
durch das Spielen und Toben am Tag so erledigt, dass er eine Mahlzeit verpennt,
so wecken Sie ihn nicht auf, sondern lassen ihn einfach ausschlafen...
Und die tägliche Futterration sollten Sie dann natürlich auch ein wenig
kürzen!
Hungertage?
Vom regelmäßigen Hungern lassen halte ich
nichts, denn der domestizierte Hund muss sich nicht mehr sein Futter erjagen, er
ist ja auf uns, den Rudelboss, angewiesen, und wir machen einfach eine Dose auf.
Füttern Sie Ihren Hund so, dass er nicht zu dick wird, dass er mit allen
Nährstoffen versorgt wird, und er wird es Ihnen danken.